Zeltlager am Waldrand, ohne Wasser. Nur Felsen, wie herauswachsend. 
Guter Stein!

Sonne, Wind, freier Atem.

Wieder ein Gipfel, der zweite an diesem Tag.
Über allem sitzend, strahlend vor innerem Glück, Haare zerzaust. 

Schweiß, Anstrengung. Schon vergessen?! 
Was, ihr habt genug? 

Nur nicht zurück, den Augenblick festhalten.
Achtlose Bemerkung. Einer fängt sie auf: Komm mit mir, wir klettern weiter.
Fremd, und doch vertraut.
Klarer Blick, zwingend. 

Sein fester Wille lässt sie „ja“ sagen, aufspringen, ungläubig zuerst, dann begeistert. 
Ein schmales Lächeln gibt Antwort. Kein Zögern, keine Angst, nur Vertrauen, grenzenloses Vertrauen. 

Weiß sie`s, - weiß er´s? 

Freude, Leben, Freundschaft. Hand drauf. 
Zwei Menschen an einem Seil. 
Die erste Probe, der erste gemeinsame Gipfel.
Gegenseitiges Abschätzen, ohne Worte, volle Einigkeit.

Nächster Gipfel. Blickaustausch: abwartend, irgendwie Gefallen. Abseilen.

Mut? Ohne Zaudern, dem Seil, dem Partner vertrauend.
Eng verbunden. Gefahr?
Sie kennen die Gefahr des Kletterns. 

Doch wissen sie von der Gefahr, die in ihnen ist, in ihren Blicken? Blau - grünes Abtasten. 

Gipfelkuß: Belohnung, Brauch, Zuneigung? 
Das Wort „Warum“ hängt unausgesprochen in der Luft. 

Rast, Wald, bewußtes Verweilen.
Zurück? 
Spät. Sein sparsames Lächeln, ihr erhitztes Gesicht.
Zeit vergeht, Zeit enteilt. Sie können sie nicht halten. 
Wollen sie´s denn? 

--- Bald ist morgen. Morgen mit neuen, schöneren, höheren Gipfeln, neuem Mut, neuer Zweisamkeit.
Wie wird es sein? Wann wird es sein? 

Morgen, morgen kommt bestimmt! 

Zelte am Waldrand, morgen werden es andere sein. 

Zwei Menschen am Seil, einander vertrauend, morgen werden es andere sein.

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